Mind/Body Medicine
"Nicht die Umstände bestimmen des Menschen Glück,
sondern seine Fähigkeit zur Bewältigung der Umstände."
Aaron Antonovsky
Mind/Body Medicine: Innovation und Evidenz
In den letzten Jahrzehnten zeichnet sich eine deutliche Zunahme chronischer, häufig auch stressinduzierter Erkrankungen in den Gesellschaften der westlichen Welt ab. Nach Einschätzung des amerikanischen Kardiologen H. Benson, Harvard Medical School, sind bis zu 90% aller Arztbesuche auf chronischen Stress und Belastungen zurückzuführen. Dem entsprechend häufen sich Arztbesuche aufgrund von Beschwerden, die mit den Methoden der konventionellen Medizin nur unzureichend behandelt werden können, was bei Ärzten wie Patienten zunehmend Unzufriedenheit auslöst. Dieser Herausforderung stellt sich die Mind/Body Medicine.
Intuitiv ist den meisten Menschen bewusst, dass negative Gefühle und Gedanken im Umgang mit Alltagssituationen und Lebensumständen eine große Belastung darstellen. Der umgekehrte Zusammenhang, dass nämlich positive Gefühle und Gedanken, also der Eindruck, "zufrieden und glücklich" zu sein, einen günstigen Einfluss auf Krankheit und Gesundheit haben können, ist den wenigsten Menschen bewusst. Diese Ressourcen, die jedem Menschen grundsätzlich erst einmal zur Verfügung stehen, zugänglich und damit nutzbar zu machen, sind Gegenstand der Mind/Body Medicine.
Ziel aller Mind/Body Interventionen im klinischen Kontext ist es, geistige Fähigkeiten zu aktivieren, um positiven Einfluss auf körperliche Erkrankungen zu nehmen. Zum Einsatz kommen dabei Methoden der Spannungsregulation (z.B. Hatha Yoga, Qigong und Meditation), der kognitiven Umstrukturierung und achtsamkeitsbasierte Interventionen. Weitere Schwerpunkte liegen auf emotionalen, sozialen und spirituellen Aspekten der Gesundheit. Desweiteren spielen die Verhaltensbereiche Ernährung, Bewegung und naturheilkundliche Selbsthilfestrategien eine wichtige Rolle.
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